Die Ausstellung in Rendsburg


Ausstellungsort

Schattensprache wird im alten Provianthaus am Paradeplatz in Rendsburg gezeigt.

Rendsburg war bis Mitte des 19. Jahrhunderts die südlichste dänische Festung und hatte nach 1695 als strategischer Standort höchste militärische Bedeutung. Das Gesicht der Stadt wurde zunehmend durch den Einfluss des Militärs geprägt. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass für seine Zwecke ein neuer Stadtteil errichtet wurde: das Neuwerk.

Mittelpunkt dieses barocken Stadtteils mit dem gradlinigen Grundriss ist der weite, bis heute noch teilweise vom Militär genutzte Paradeplatz, der ringsum mit geschichtsträchtiger Architektur bebaut ist. Bemerkenswert sind auch die radial auf den Platz zulaufenden und – größtenteils bis heute – nach der Sitzordnung an der königlich dänischen Tafel benannten Straßen.

Das Provianthaus wurde im Rahmen der Festungserweitung in den Jahren 1704 bis 1708 mit vier Stockwerken und drei Flügeln erbaut und diente als Magazin für die Verpflegung der gesamten Garnison, Futtermittel sowie Baumaterial. Sein Inneres und das Dach wurden durch einen Brand im Jahr 1862 zerstört und erst etliche Jahre später wiederhergestellt.

Das denkmalgeschützte Gebäude ist außen komplett erhalten; im Inneren schmiegt sich die Installation der Ausstellung an die räumlichen Gegebenheiten an und kreiert so ein spannendes Wechselspiel zwischen Geschichte und Gegenwart.

Warum Rendsburg?

Rendsburg bietet neben zahlreichen touristischen Anreizen und seiner Lage zwischen Hamburg und Flensburg beste Voraussetzungen für die erste Dauerausstellung von Schattensprache. Mit dem Sitz der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten – Selbsthilfe und Fachverbände e.V., der Fachschule für Gehörlose und hochgradig Schwerhörige, dem Reha-Zentrum für Hörgeschädigte in Rendsburg, und dem Sitz des Landesverbandes der Gehörlosen e.V. in Kiel ist in Schleswig-Holstein somit eine geballte Konzentration an Kompetenz zum Thema Gehörlosigkeit vorhanden. Zudem ist der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Ulrich Hase, einer der wesentlichen Unterstützer des Projektes, selbst nahezu taub.